Spiele zu Demokratie und Diversity für den Bildungs-Alltag

Vorgeschlagen von Jan Krebs

Spielen macht Spaß, und meistens machen alle gerne mit. Und weil Demokratie-Bildung von Beteiligung lebt, hat Gesicht Zeigen! Spiele entwickelt, bei denen es um Grundfragen einer vielfältigen Gesellschaft geht. „Wie wollen wir leben“, heißt eines davon. Es geht um Zugehörigkeit und demokratische Wirksamkeit, um Vorurteile und Klischees, um Zivilcourage und um den Islam.

Wir wollen im Barcamp eins der Spiele miteinander spielen, Erfahrungen austauschen, ins Gespräch kommen. Alle Spiele lassen sich in der Schule ebenso gut einsetzen wie in der außerschulischen Jugendbildung. Fast alle Spiele sind für sehr unterschiedliche Gruppen geeignet, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für unterschiedlichste Milieus und Kontexte. Wenn es nicht genau „passt“, lässt sich der Ansatz leicht auf die eigene Lerngruppe übertragen und weiter entwickeln – vielleicht haben Teilnehmer*innen das bereits selbst gemacht? Wir sind gespannt und freuen uns auf den Austausch!

Interreligious-Peers für religiöse und weltanschauliche Vielfalt und Verständigung

Vorgeschlagen von Shereen Chaibi und Avital Rjabova Greenberg

Die Interreligious-Peers sind ein Team junger Berliner Muslime, Christen, Juden und Bahai, die in Schulen Workshops zum Thema: Religiöse weltanschauliche Vielfalt und Verständigung veranstalten.
In ihren Workshops vermitteln die Peers grundlegendes Wissen zu den verschiedenen Weltreligionen und schaffen einen Raum, um über das Thema Religion und Weltanschauung in den Austausch zu kommen. In Übungen und offenen Gesprächsrunden werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet und die Teilnehmenden angeregt, sich mit Vorurteilen und Stereotypen auseinander zusetzen und über Wege nachzudenken, wie diese überwunden werden können.

„Hands for Kids“ als Weg zu einem friedlichen Zusammenleben in der Klassengemeinschaft

Vorgeschlagen von Dr. Christa D. Schäfer

Demokratiepädagogik ist Aufgabe aller Fächer. Kinder entwickeln demokratisches Verständnis über persönliche Erfahrung und persönliches Handeln. „Hands for Kids“ ist ein Grundwerte-Curriculum für die Grundschule und macht fit für Demokratie.
Im Barcamp wird zunächst das „Hands for Kids“-Programm vorgestellt. Anschließend werden Bausteine gelingender Sprache zum friedlichen Zusammenleben in der Schulgemeinschaft erprobt und kleine Methoden zur Einübung einer demokratischen Grundhaltung vorgestellt.

celebrate diversity! youth exchange for all

Vorgeschlagen von Judith Blum und Pavel Baravik

In der Session wird EUROPEANS FOR PEACE vorgestellt und eigene Projektideen zum Thema „celebrate diversity! youth exchange for all“ entwickelt.

Vielfalt wird im internationalen Austausch erlebbar, im Kennenlernen der Länder und Kulturen und der gemeinsamen kreativen Projektarbeit. In Austauschprojekten können sich diverse Gruppen multiperspektivisch, zukunftsorientiert und aktiv für offene und vielfältige Gesellschaften einsetzen. Die Jugendlichen beschäftigen sich dann proaktiv mit gesellschaftspolitischen Themen – wie gleichberechtigter Teilhabe, Inklusion und Partizipation. Eigene Erfahrungen werden reflektiert, eine diskriminierungskritische Haltung erarbeitet oder soziales Engagement vor Ort umgesetzt.

Der Jugendaustausch ermöglicht aber auch gemeinsames historisches Lernen: Die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges in Europa ist daher auch ein wichtiger Bezugspunkt.

Im Förderprogramm EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung EVZ werden Projekte gefördert, die sich für interkulturelles und historisches Lernen sowie eine demokratische Kultur engagieren. EUROPEANS FOR PEACE sind geschichtsbewusste Jugendliche, die sich für Menschenrechte und demokratische Werte engagieren.

Die Magie des Zuhörens – selbst erfahren

Vorgeschlagen von Petra Guercke, IMPULS – Agentur für angewandte Utopien

Wir möchten unser demokratisches Miteinander stärken, indem wir lernen, uns gegenseitig offen und respektvoll zuzuhören. Gerade wenn wir unbekannten Menschen zuhören, denen wir normalerweise nicht begegnen oder die uns aus anderen Gründen fremd sind, können wir Vorurteile abbauen und den Wert der Vielfalt erleben und schätzen lernen. Indem wir Offenheit und Wertschätzung gegenüber Andersdenkenden einüben, helfen wir, die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft zu überwinden.

Wir laden die TN an diesem Barcamp dazu ein, die magische Wirkung des empathischen Zuhörens selbst zu erfahren. In einer praktischen Übung in kleinen Gruppen wird jeder die Gelegenheit haben, sich als Zuhörer und Gehörter zu erleben. Danach können alle ihre persönlichen Erfahrungen miteinander teilen.

Schule als Staat – Schüler simulieren eine Demokratie

Vorgeschlagen von Björn Riemer

Es ist ein sehr interessantes Planspiel, bei dem Schülerinnen und Schüler möglichst realitätsnah lernen, wie ein demokratischer Staat funktioniert.
Schüler aus unserer Schule werden vorstellen, wie sie im Parlament bzw. in einem Betrieb Verantwortung übernommen, wie sie ihre Arbeit selbstständig organisiert haben, etc…

Dialog macht Schule – Dilemmaübungen als Mittel der Wertebildung

Vorgeschlagen von Anna Haupt

Dauer: 45 Minuten

Wie können wir uns über Werte austauschen und wie machen wir diese greifbar? Interaktive Dilemmaübungen bieten als Denkanstöße eine gute Grundlage für den gemeinsamen Dialog über Werte und ermöglichen auf einfache Art und Weise eine Reflexion über diese. Daher wollen wir uns in unserem Workshop Fragen stellen wie: „Darf ich ein Medikament stehlen, wenn ich es unbedingt brauche?“
Das Bildungsprogramm Dialog macht Schule begleitet bundesweit langfristig Schülerinnen und Schüler an sozial schwachen Schulen. Dabei spielen die Wertebildung und die Vermittlung von demokratischen Kompetenzen eine zentrale Rolle in der Arbeit der Dialogmoderator*innen.

BildungsBande

Vorgeschlagen von Lea Jaenicke

In dem Barcamp wird das Programm BildungsBande vorgestellt. BildungsBande
 basiert auf der Peer-Education Methode: Kinder lernen mit Kindern – Kinder lernen von Kindern. Konkret begleiten ältere Kinder als Schülercoachs jüngere Kinder in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung ein Schuljahr lang. Dabei entfaltet das Beziehungslernen seine positiven Wirkungen. Die zentralen Werte sind eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Lernen; durch direkte Gestaltung erleben Schüler*innen Selbstwirksamkeit, gegenseitige Wertschätzung und Offenheit. Die Kooperation verschiedener Bildungsinstitutionen fördert zudem Milieu- und kulturell übergreifende Beziehungen: Kinder aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen begegnen sich, Toleranz und Vertrauen wachsen und durch Neugier wird das Fremde bekannt und vertraut.

Wie Menschen zu Anderen gemacht werden.

Vorgeschlagen von Christa Kaletsch und Hannah Abels

„Othering“ ist ein Bruch des (Kinder-) Rechts auf die eigene Identität. Denn zur Konstruktion einer Gruppe von „Anderen“ gehört die Vorstellung, dass die Identität aller, die als Teil dieser Gruppe wahrgenommen werden, wesentlich von dieser Gruppenzugehörigkeit bestimmt wird. Andere Aspekte werden dabei ausgeblendet.
Um zu verstehen, welche Folgen das haben kann, ist es sinnvoll, sich mit dem Begriff der Identität genauer zu beschäftigen. Mit dem Blick auf „Diversity“ schließen sich Fragen nach ungewollten Zuschreibungsmechanismen an.

Kinderrechtliche Schulentwicklung an Integrierten Sekundarschulen in herausforderndem Umfeld

Vorgeschlagen von Vanessa Masing

Alleine das Erwähnen der Kinderrechte ruft an Integrierten Sekundarschulen in Berliner „Problembezirken“ im besten Fall mitleidiges Lächeln hervor. Mit anderen Worten: Lernen über, durch und für Kinderrechte steht bei Schulleitungen und Kollegien auf der Prioritätenliste oft an letzter Stelle. Wie kann dieses Denken durchbrochen werden bzw. welches sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren und Meilensteine, damit sich eine Sekundarschule in einem herausfordernden Umfeld auf den Weg zu einer Kinderrechteschule macht? Aus Sicht der verschiedenen Stakeholder soll dies gemeinsam diskutiert werden.

Auch Familien sind in unserer Gesellschaft vielfältig – eine handlungsorientierte Übung mit dem Familienquartett

Vorgeschlagen von Helga Neumann

Dauer: 45 Minuten

Mit Hilfe des Familiensets kann über einen positiven Umgang mit Vielfalt in unserer Gesellschaft nachgedacht werden. Wir, ihr, anders oder normal? Diese Frage im Blick wird Vielfalt als positiver Wert unter die Lupe genommen und mit dem Familienset in praktischen Übungen für die Teilnehmenden erfahrbar gemacht und mit den Alltagserfahrungen gespiegelt.
Der gesellschaftliche Wandel sowie Migration und Integration verändern nicht nur unsere Gesellschaft sondern auch unsere Familien, in der Werte, Normen und Handlungsweisen stets neu ausgehandelt werden. Das Leben in pluralen Gesellschaften fordert von den Menschen und den Familien Offenheit, sich in neuen Kontexten zu orientieren, andere Lebensweisen kennenzulernen und über die eigenen Grenzen hinaus zu denken.
Das Familienset bietet nicht nur altersgemischten Kinder- und Jugendgruppen sondern auch generationsübergreifenden Gruppen eine Plattform zum Nachdenken. Es werden drei Übungen angeboten, darüber hinaus bietet das Material eine Vielfalt von weiteren Möglichkeiten der Auseinandersetzung an.

Leitung des Worshops: Helga Neumann, DeGeDe, Konflikthaus