2. bundesweiter Demokratietag

Meine Werte, deine Werte. Unsere Werte.

12. September 2016, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Einladung zum 2. bundesweiten Demokratietag

Die DeGeDe und die Schulen des DemokratieErleben-Preises 2015 laden zum zweiten Demokratietag in die Heinrich-Böll-Stiftung nach Berlin ein. Gemeinsam mit demokratiefördernden Initiativen bieten wir Jugendlichen und Erwachsenen aus Schulen Einblicke in demokratisch gelebte (Schul-)Praxis.

Wir bieten ein gemeinsames Forum zum Austausch, Vernetzen und zum Diskurs über Qualitätsstandards demokratiepädagogischer Aktivitäten in all ihren Facetten und Themen an. Teilnehmende Jugendliche, Pädagog*innen und Eltern können sich inspirieren lassen und vielfältige Anregungen zu beispielhaften demokratiefördernden Programmen von Bildungsinitiativen sowie aus der Kinder- und Jugendarbeit holen.

So kann die Entscheidung reifen, sich 2017 an der Ausschreibung zum Preis für demokratische Schulentwicklung „DemokratieErleben“ zu beteiligen.

Meine Werte, deine Werte. Unsere Werte.

Der gesellschaftliche Wandel sowie Migration und Integration verändern unsere Gesellschaft in Deutschland (aber auch  in Europa und der gesamten Welt), in der Werte, Normen und Handlungsweisen stets neu ausgehandelt werden. Unsere pluralistische Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass verschiedene Wertvorstellungen, Interessen und Denkweisen nebeneinander existieren dürfen; unsere Demokratie lebt von diesem (Werte-)Pluralismus.

Dabei können Werte, die für bestimmte Gruppen oder Individuen wichtig sind, für andere unwichtig sein. Hieraus ergibt sich ein Konfliktpotenzial, das vor allem in der Schule, die alle Kinder und Jugendliche und ihre Familien in sich vereint, zu Wertekonflikten führen kann. Welche Rolle spielen (gemeinsame) Werte, um ein gelingendes Miteinander unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zu fördern? Wie definieren wir diese Werte und welche Werte sind für uns von Bedeutung? Wie können Werte in der schulischen Gemeinschaft ausgehandelt werden bzw. als Kompromiss in der Schule toleriert und akzeptiert werden?

Auf dem zweiten bundesweiten Demokratietag möchten wir darüber ins Gespräch kommen, welche Werte zentral sind für ein Wertefundament in unserer Demokratie, das den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und einen positiven Umgang miteinander, vor allem in der Schule, fördert.

12. September 2016

09:00 – 16:00 Uhr

Heinrich-Böll-Stiftung

Schumannstr. 8, 10117 Berlin

w

Teilnehmer*innen

Jugendliche, Pädagog*innen und Eltern mit Interesse am Themenfeld „Demokratie lernen und leben“

Dokumentation des 2. bundesweiten Demokratie-Tags

Meine Werte – Deine Werte – Unsere Werte

In der umfassenden Dokumentation des 2. bundesweiten Demokratietags 2016 finden Sie die Diskussionsbeiträge, Impressionen und Ergebnisse zusammengefasst.

Programm

08:30 Uhr – Ankommen und Anmeldung

Das Organisationsteam begrüßt Sie am Check In.

09:00 Uhr – Begrüßung & Meine Werte: Vielfältiger Auftakt

Begrüßung durch Philipp Antony, Heinrich-Böll‐Stiftung & Kurt Edler, Vorsitzender der DeGeDe
Grußwort: Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags

An der ersten Station auf dem Weg des Demokratietags durch die Welt der Werte machen wir Halt bei den eigenen Werten. Jugendliche, Pädagog*innen und Eltern sowie Menschen aus Verwaltungen und NGO’s stellen in 60 Sekunden ihre Werte vor. Der Rundgang durch die Welt der Werte wird moderiert von Dilan Aytac, DeGeDe und Anna-Lilja Edelstein, Junge Islam Konferenz

10:00 Uhr – Deine Werte: ImpulsWorkshops

Den Start in den Demokratietag bieten ImpulsWorkshops. Hier gibt es die Möglichkeit unterschiedliche Projekte und Programme unserer Partnerorganisationen kennenzulernen und mit ihnen Bedeutung und Möglichkeiten der Werteauseinandersetzung in den Arbeitsfelder ihrer Programme zu diskutieren. Unsere Partner unterstützen demokratische Schulentwicklung vor Ort.

11:15 Uhr – Unsere Werte: Barcamp

Das Barcamp zum Thema Werte und Demokratie in der Schule startet um 11:15 mit einer Sessionplanung. Anschließend gibt es drei Sessions á 45 Minuten. Zwischen 2 Sessionslots gibt es jeweils eine viertelstündige Pause und auch die Mittagspause findet im Rahmen des Barcamps statt. Im Barcamp finden also Diskussionen zu unterschiedlichen Fragestellungen, demokratiepädagogische Übungen oder auch das Kennenlernen von wirksamen Projekten und Programmen Platz.

15:15 Uhr – Kinderrechte-Aktion

Die Kinderrechte sind in der Schule noch lange nicht verwirklicht. Gemeinsam mit Landesschüler*innenvertretungen machen die Partner des Demokratietags in einer Aktion auf diese Herausforderung aufmerksam.

15:45 Uhr – Ausblick

Die Teilnehmden sind mit den Anregungen und Wertereflexionen des Tages für den Schulalltag ausgestattet. Doch wie kann der Transfer gelingen?

Veranstaltungsort

Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin-Mitte

Heinrich-Böll-Stiftung

Veranstaltungsort:

Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstraße 8
10117 Berlin
Deutschland

Impulse für Demokratiebildung

Demokratiepädagogische Akteure teilen und diskutieren ihre Erfahrungen mit den Teilnehmer*innen

ImpulsWorkshops

BildungsBande – Was Kinder voneinander lernen können

Lea Jaenicke, Regionalkoordinatorin für „BildungsBande – damit’s beim Lernen klappt“ in Berlin & Nuria Nissen

Der Workshop beschäftigt sich mit den Werten des Programms BildungsBande. BildungsBande
 basiert auf der Peer-Education Methode: Kinder lernen von Kindern – Kinder lernen mit Kindern. Konkret begleiten ältere Kinder als Schülercoachs jüngere Kinder in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung ein Schuljahr lang. Dabei entfaltet das Beziehungslernen seine positiven Wirkungen. Die zentralen Werte sind eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Lernen; durch direkte Gestaltung erleben Schüler*innen Selbstwirksamkeit, gegenseitige Wertschätzung und Offenheit. Die Kooperation verschiedener Bildungsinstitutionen fördert zudem Milieu- und kulturell übergreifende Beziehungen: Kinder aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen begegnen sich, Toleranz und Vertrauen wachsen und durch Neugier wird das Fremde bekannt und vertraut.

Chancenwerk e.V. – Vorbilder auf Augenhöhe

Annette Tobor, Pädagogische Koordination Berlin

Bei der Lernkaskade des Chancenwerk e.V. geben Studierende älteren Schüler/innen kostenlose Intensivkurse in einem Fach ihrer Wahl. Im Gegenzug unterstützen sie ihre jüngeren Mitschüler/innen unter der Aufsicht eines weiteren Studierenden in der Lernförderung. Den Schüler/innen stehen somit Vorbilder auf Augenhöhe zur Seite. Dieses nachhaltige Modell des Gebens und Nehmens fördert nicht nur fachliche, sondern auch soziale Kompetenzen und vermittelt Werte des füreinander da Seins sowie des „Gebens und Nehmens“.

Dialog macht Schule – Dilemmaübungen als Mittel der Wertebildung

Inas El-Rachid und Ramon Barakat, Dialogmoderator*innen

Wie können wir uns über Werte austauschen und wie machen wir diese greifbar? Interaktive Dilemmaübungen bieten als Denkanstöße eine gute Grundlage für den gemeinsamen Dialog über Werte und ermöglichen auf einfache Art und Weise eine Reflexion über diese.  Daher wollen wir uns in unserem Workshop Fragen stehlen wie: „Darf ich ein Medikament stehlen, wenn ich es unbedingt brauche?“

Das Bildungsprogramm Dialog macht Schule begleitet bundesweit langfristig Schülerinnen und Schüler an sozial schwachen Schulen. Dabei spielen die Wertebildung und die Entfaltung von demokratischen Kompetenzen eine zentrale Rolle in der Arbeit der Dialogmoderator*innen.

Fairplayer.Manual – Wirksame Prävention gegen Mobbing in der Schule

Stephan Warncke, Diplom-Psychologe und Projektkoordinator, Freie Universität Berlin

Mobbing tritt – wissenschaftlich erwiesen – in jeder Schulklasse auf und aufgrund der andernfalls gravierenden Folgen für die Entwicklung  der betroffenen Jugendlichen ist es wichtig, frühzeitig etwas dagegen zu unternehmen.  Die Freie Universität Berlin bietet seit 2011, finanziell gefördert durch die Deutsche Bahn Stiftung, allen Schulen in Deutschland an, am Präventionsprogramm Fairplayer.Manual teilzunehmen: Einem wirksamen Programm gegen Mobbing in der Schule und zur Förderung sozialer Kompetenz und zivilcouragiertem Verhalten, das mit der ganzen Schulklassedurchgeführt wird. Der Workshop stellt das Programm und seine zentralen Werte vor und wir sprechen über Möglichkeiten, wie interessierte Schulen teilnehmen können.

Freudenberg Stiftung – „Lernen durch Engagement“ (Service-Learning) als Ansatz zu Wertebildung bei Kindern und Jugendlichen

Anna Mauz, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Freudenberg Stiftung, Team „Lernen durch Engagement“

Lernen durch Engagement (LdE) – Service-Learning verbindet gesellschaftliches Engagement von Schüler*innen mit fachlichem Lernen im Unterricht.
Die Lehr- und Lernform verwirklicht das Recht, sich als Kind oder Jugendlicher aktiv an der Gestaltung des eigenen Lebens und des Lebens der Gemeinschaft zu beteiligen, ermöglicht es den Schulen, Lernprozesse so zu gestalten, dass sie den Kinderrechten gerecht werden und bietet darüber hinaus die Chance, die Menschen- und Kinderrechte als Thema in den Blick zu nehmen.

Im Workshop der Freudenberg Stiftung (Geschäftsstelle des bundesweiten Netzwerks Lernen durch Engagement) wird deutlich werden: Was ist das Konzept von Lernen durch Engagement? In welchem Zusammenhang steht Lernen durch Engagement mit den Kinderrechten? Und ganz konkret: Wie kann man Lernen durch Engagement für Wertebildung nutzen? Dazu wird es Einblicke in Beispiele aus einem aktuellen Modellprojekt zu Wertebildung bei Kindern und Jugendlichen geben.

Junge Islam Konferenz – Vielfalt in der Schule begegnen; Wertebildung in der Einwanderungsgesellschaft

Anna-Lilja Edelstein, Projektmanagerin Pädagogische Programme

Die Junge Islam Konferenz setzt sich für einen positiven Umgang mit Vielfalt in unserer Gesellschaft ein. Im Rahmen des Workshops wird Vielfalt als positiver Wert unter die Lupe genommen und anhand einer praktischen Übung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahrbar gemacht. Die Erfahrungen und Ergebnisse werden in einem nächsten Schritt diskutiert und gemeinsam auf die Schule übertragen.

Makista – Ist die Würde von Kindern und Jugendlichen verhandelbar?

Sonja Student und Jasmine Gebhard, Makista – Bildung für Kinderrechte und Demokratie

Wir leben in Zeiten mit heftigen Wertekonflikten. Nicht alle Werte gehen von der Gleich-Würdigkeit aller Menschen aus. In der UN-Kinderrechtskonvention werden die Rechte von Kinder und Jugendlichen von 0-18 Jahre festgelegt. Leider sind sie noch wenig bei allen an Schule Beteiligten bekannt und noch weniger als Werte- und Gestaltungsrahmen für das Lernen und Leben in der Schule umgesetzt.

Lehrkräfte und SchülerInnen erhalten Einblick in die Praxis von Kinderrechte-Schulen und einen Eindruck von Problemlösungen auf der Basis der Kinderrechte.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage – Lernziel Gleichwertigkeit

Sanem Kleff, Leiterin der Bundeskoordination und Landeskoordination Berlin

Ideologien der Ungleichwertigkeit, die davon ausgehen, dass manche Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, Hautfarbe, sexuellen Orientierung, ihrem Geschlecht oder sozialem Status mehr wert seien als andere, sind weit verbreitet. Auch an Schulen finden sich Abwertungen wie Rassismus, Homophobie, Antisemitismus oder Frauenfeindlichkeit.

Das Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ermuntert und unterstützt unter dem Motto „Lernziel Gleichwertigkeit“, Schulen bei ihren Bemühungen, Kindern und Jugendlichen das in Artikel 1 des Grundgesetzes festgehaltene Menschen- und Gesellschaftsbild zu vermitteln.

STEP für Eltern und Pädagogen – Gelebte Demokratie im Alltag mit Kindern und Jugendlichen

Anne Kristin Heyde & Renate Stute, zertifizierte STEP Kursleiterinnen

Das STEP Programm stärkt Eltern bzw. PädagogInnen für ihre Erziehungsaufgabe. Die zielgruppenspezifischen Weiterbildungen ermöglichen ihnen, gelingende Beziehungen mit Kindern/Jugendlichen aufzubauen und ihnen Orientierung und Halt zu geben. Junge Menschen erfahren Respekt und Wertschätzung, sie bekommen die Chance, einen Beitrag zu leisten und mitzuentscheiden. So entwickeln sie Verantwortungs- und Kooperationsbereitschaft. Idealerweise finden in einer Schule parallel STEP Elternkurse und die STEP Lehrerfortbildung statt. Wir laden Sie ein, anhand von Beispielen aus der Praxis, über die durch STEP vermittelten Werte und deren Nutzen für die demokratische Gesellschaft zu reflektieren.

 

SV-Bildungswerk e.V.

Fabian Wanisch, Ruth Meissner & Wendy Schaak, Mitglieder des SV-Bildungswerk e.V.

„Demokratie an Schule“ bedeutet nicht nur ein mal im Jahr über das Ziel der Kurs- oder Klassenfahrt abzustimmen. Eine gute Schule lebt von der Beteiligung aller Akteur*innen – insbesondere der Schüler*innen – in allen Belangen. In diesem Workshop möchte das SV-Bildungswerk Einblicke und Impulse für Möglichkeiten und Formen der Schüler*innenbeteiligung bieten. Im Vordergrund steht der Austausch untereinander und Entwicklung gemeinsamer Ideen.

Gelebte Partizipation im Barcamp

Die Teilnehmer*Innen haben das Programm gemeinsam gestaltet

Das Barcamp

Wie funktioniert ein Barcamp?

Ein Barcamp ist eine offene Tagung. Die Inhalte und der Ablauf wird von den Teilnehmenden zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet.
Bei einem Barcamp bestimmen alle gemeinsam die Themen und Art der Sessions.
Zuvor wird die Methode vorgestellt und es gibt es eine Session-Planung, die von uns gestaltet wird. Dabei stellen wir einen Zeitrahmen und Räume für die Barcamp-Session-Angebote bereit. Das Erarbeitete wird dokumentiert und ist online offen zugänglich.

Für all diejenigen, die nicht wissen, was ein Barcamp ist, gibt es hier ein Erklär-Video von Lightwerk auf YouTube.

Und in aller Kürze hier:
  • das Barcamp beginnt mit einer Sessionplanung; anschließend finden drei Sessions statt
  • eine Session dauert 45 min
  • während der Planungsphase wird ein Thema und eine Herangehensweise vorgeschlagen und alle, die sich dafür interessieren, diskutieren und bearbeiten dieses gemeinsam in einer Session
  • spezielle Angebote können auch zwei Sessions beanspruchen – das wird in der Sessionplanung berücksichtigt
  • Zeiten und Räume werden bei der Sessionplanung abschließend festgelegt
Zur Orientierung hier einige Anregungen:
  • kollegiale Beratung zu einem Thema
  • klassischer Workshop
  • Übungen
  • Diskussion zu einer Fragestellung
  • Flipped Classroom
  • Vorstellung von Projekten und anschließendes Gespräch

Das Themenspektrum kann sehr breit sein und hängt von euch ab.

Die Methode Barcamp eignet sich im Besonderen auch zur Planung von Projekttagen und zum diskursiven Austausch von gesellschaftlichen Themen in Schulen.